Bei Nein zur Frontex-Vorlage droht mehr Stau an der Grenze

Kevin -  Kampagnenteam
Kevin - Kampagnenteam
26 April 2022 Lesezeit: 2 Minuten
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Ueli Fisch
Swiss Textiles, Verband der Textil- und Bekleidungsbranche in der Schweiz, unterstützt die Frontex-Vorlage vom 15. Mai. Swiss Textiles publizierte am 21. April ein Interview zum Thema. Darin zeigt Unternehmer Ueli Fisch auf welche Folgen ein Rauswurf aus Schengen für die Branche hätte.

Am 15. Mai stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Frontex-Vorlage ab. Die europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache (Frontex) soll weiter ausgebaut werden. Bei einem Ja zur Vorlage, kostet das die Schweiz jährlich neu 61 und nicht wie heute 14 Millionen Franken. Halten sich Aufwand und Ertrag die Waage?

Das ist für mich weniger eine Frage der Finanzen, sondern eine Frage der Verantwortung. Wir müssen bei der Weiterentwicklung von Frontex Verantwortung übernehmen und die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern stärken. Die Beziehungen zu Europa sind sowieso schon angespannt.

Wie hoch ist aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass die Schweiz bei einem Nein zur Frontex-Vorlage, das Schengen-Abkommen verliert?

Diese Gefahr besteht. Wir können nicht riskieren, aus dem Schengen-Abkommen zu fliegen. Die Folgen wären gravierend. Die Schweizer Untugend des Rosinen Pickens ist für die Beziehungen zu Europa definitiv keine Option. Nur, wenn wir Frontex mitfinanzieren, haben wir auch einen Einfluss auf die Tätigkeit und können mithelfen, aktuelle Missstände zu beseitigen.

Was würde es für Sie als Unternehmer konkret bedeuten, wenn die Schweiz aus dem Schengen-Raum fällt?

Konkret ergäben sich erneut Grenzkontrollen für den Personenverkehr an der Schweizer Grenze. Diese gibt es ja heute nicht mehr. Es käme es zu Staus am Zoll und damit zu einer grossen Behinderung für den Warenverkehr. Die Lieferzeiten würden sich verlängern, die Kosten der Transporte würden nochmals zusätzlich steigen. Zudem verlören wir Unternehmer und Unternehmerinnen an Mobilität. Wir könnten uns nicht mehr visumsfrei im Schengenraum bewegen.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind seit der Sistierung des institutionellen Rahmenabkommens an einem Tiefpunkt angelangt. Erste Verträge erodieren. Was brauchen Sie als Unternehmer jetzt am dringendsten?

Als Unternehmer brauche ich Rechtssicherheit im Umgang mit den europäischen Staaten und freien Warenverkehr. Jede zusätzliche administrative Hürde erschwert uns das Leben zusätzlich, führt zu Mehrkosten und damit zu weniger Wettbewerbsfähigkeit. Die Schweizer Wirtschaft braucht so schnell wie möglich ein institutionelles Abkommen mit Europa oder muss sich alternativ überlegen, den EWR-Beitritt anzustreben.

Das Interview wurde ursprünglich am 21. April auf der Webseite von Swiss Textiles veröffentlicht

Ueli Fisch, ist Geschäftsführer der wederundgut AG in Frauenfeld. Die wederundgut AG ist Spezialistin für Bekleidungskonzepte im Corporate Fashion-Bereich. Zudem ist Ueli Fisch Kantonsrat der GLP Thurgau sowie Mitglied der Geschäftsleitung GLP Schweiz. Bei Swiss Textiles engagiert sich Ueli Fisch im Gremium Wirtschaftspolitik.